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Hoffnung

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Wir stehen an der Schwelle zu einem neuen Jahr. Offiziell beginnt heute um Mitternacht, am 1. Januar, ein neues Jahr, doch traditionell ist der 6. Januar, auch bekannt als „Hochneujahr“, der Abschluss des „Zwischen den Jahren“, der das alte Jahr symbolisch beendet und das neue einläutet. „Zwischen den Jahren“ beschreibt eine „Zwischenzeit“, die die Lücke zwischen dem 11 Tage kürzeren Mondjahr und dem längeren Sonnenjahr füllt. Bevor der gregorianische Kalender (Sonnenkalender) vereinheitlicht wurde, mussten diese  fehlenden 11 Tage eingeschoben werden. Diese Schwellenzeit ist eine ganz besondere Zeit für mich – eine Unterbrechung, ein Stillstehen meines alltäglichen Lebens, eine Art „Anderswelt“ oder „Zwischenwelt“, begleitet von einer ganz besonderen Energie und Ausrichtung. Die Bibel nennt es „Hoffnung“. Die Hoffnung als Brückenschlag zwischen den Welten. Sie verbindet die Gegenwart mit der Zukunft und ist untrennbar mit dem Glauben verbunden an Gott als tragender Grund unseres Seins, ein sicherer Anker in ungewissen Zeiten. „Diese (die Hoffnung) haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele, der auch hineinreicht bis in das Innere hinter dem Vorhang“ (Hebräer 6, 19). Mit dem „in das Innere hinter dem Vorhang“ ist das Allerheiligste des Tempels gemeint, zu dem nur der Hohepriester Zugang hat. Die Hoffnung verankert uns also mit unserer innersten (Kraft-)Quelle, mit dem tragenden Grund unseres Daseins – für mich untrennbar mit Gott verbunden. Das Wort „Zuversicht“ beschreibt für mich noch treffender, weil greifbarer, diese innere Haltung. „Zuversicht“ beinhaltet „Sicht“. Es geht darum, seine Sicht auf das Positive, auf die Chancen und Möglichkeiten zu lenken, und zeigt, dass Veränderung und Erneuerung stets möglich sind. Durch unsere Sicht auf bestimmt Erlebnisse und Erfahrungen in unserem Leben, auf unsere Mitmenschen und uns Selbst können wir unser Leben positiv beeinflussen, selbst bei widrigen Umständen. Ein solcher Blick, eine solche Perspektive auf das Gute und Lebensdienliche fördert Dankbarkeit, Optimismus und Selbstwirksamkeit. Zuversicht ist somit die aktive Komponente der Hoffnung. Zuversicht speist die Hoffnung. Denn sie lehrt uns: Wir können die eigene Zukunft gestalten. Vielleicht schenkt uns dieser „Zwischenraum“, in dem wir uns gerade befinden, eine gute Gelegenheit unsere Wahrnehmung genauer zu betrachten und zu fragen: Wie ist meine Sicht auf die Realität, auf meine Lebensumstände, meine Mitmenschen und auf mich Selbst?  

Bewahren wir uns trotz persönlicher Schicksalsschläge und den gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit die Zuversicht – die Fähigkeit auch in aussichtslosen Situationen immer wieder andere Perspektiven zu entdecken und neue Sichtweisen zu gewinnen, und so der Hoffnung Raum in unserem persönlichen Leben und der Welt schenken.

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